Sonderfolge Evidenz-Geschichte(n): Die CAST-Studien oder: Aufgepasst bei Surrogaten

22.08.17, 08:40:10 von Medizinjournalistin
In den 1980er Jahren wollten Ärzte Patienten nach einem Herzinfarkt etwas Gutes tun und verabreichten ihnen Antiarrhythmika. Die normalisierten den Herzrhythmus und verringerten im EKG Herzrhythmusstörungen. Leider senkten sie aber nicht wie erhofft die Sterblichkeit, sondern ließen sie sogar noch ansteigen. Die Geschichte der CAST-Studien ist ein eindrückliches Beispiel, wie gefährlich es sein kann, sich in Studien auf Surrogatendpunkte zu verlassen.

Unsere Quellen

Gesundheitsinformation.de: Evidenzbasierte Medizin - Können Messwerte zeigen, ob eine Behandlung hilft?

Testing Treatments: Erhoffte, aber nicht eingetretene Wirkung

P. Kleist: Biomarker und Surrogat-Endpunkte: Garanten für eine schnellere Zulassung von neuen Arzneimitteln? Schweizerische Ärztezeitung 2002; 83: 44ff.

H.C. Bucher: Studien mit Surrogatendpunkten. Nutzen und Grenzen in der klinischen Entscheidungsfindung. Internist 2008; 49:681–687

Vorläufiger Bericht der CAST-Studie

Ausführlicher Bericht zu CAST-I

Bericht zu CAST-II

Bigger JT. The events surrounding the removal of encainide and flecainide from the Cardiac Arrhythmia Suppression Trial (CAST) and why CAST is continuing with moricizine. J Am Coll Cardiol 1990 Jan;15(1):243-5.

Hampton J. Therapeutic fashion and publication bias: the case of anti-arrhythmic drugs in heart attack. James Lind Library 2015

Lauer M et al. Epidemiology, Comparative Effectiveness Research, and the NIH: Forces for Health. Epidemiology 2011 Sep; 22(5): 625–628.

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